Belletristik,  Biografie,  Geschichte,  Rezension

Maren Gottschalk: Wie schwer ein Menschenleben wiegt- Sophie Scholl

Die Zeit des NS-Regimes ist die wohl schwärzeste Deutschlands. Bis heute sind die grausamen Taten der Nationalsozialisten ein Thema. Nie wieder darf so etwas passieren. Damals wurde jeder verfolgt, der sich gegen das Regime gestellt hat. Widerstandskämpfer setzten ihr Leben aufs Spiel. Darunter waren auch die Geschwister Scholl, die mit der „Weißen Rose“ versuchten, Deutsche zu mobilisieren.

Autorin Maren Gottschalk widmet Sophie Scholl mit „Wie schwer ein Menschenleben wirkt“ nun eine Biografie. Gottschalk studierte Geschichte und Politik, arbeitet nun erfolgreich als Journalistin für den WDR und verfasste bereits sehr erfolgreiche Biografien über Persönlichkeiten wie Nelson Mandela oder Astrid Lindgren. Sie schrieb bereits vor 10 Jahren die Geschichte der Sophie Scholl nieder. Nun folgt ein weiteres Buch über die Widerstandskämpferin. Erschienen im Verlag C.H.Beck.

Klappentext: Wenige Tage nach Kriegsbeginn schrieb Sophie Scholl an ihren Freund: «Ich kann es nicht begreifen, daß nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für’s Vaterland.» Gestützt auf teils noch unveröffentlichte Selbstzeugnisse schildert Maren Gottschalk das so verheißungsvolle Leben Sophie Scholls, die sich nach anfänglicher Faszination für die Hitlerjugend immer entschiedener gegen den Nationalsozialismus stellt. 1942 geht sie in den aktiven Widerstand. Am 18. Februar 1943 wird sie mit nur 21 Jahren verhaftet, vier Tage später mit dem Fallbeil hingerichtet.

Die NS-Zeit ist die grausamste, aber auch interessanteste Etappe der deutschen Geschichte. Nicht jeder folgte Adolf Hitler und seinen Schergen. Doch Widerstand war das größte Vergehen und wurde mit dem Tod bestraft.

In „Wie schwer ein Menschenleben wiegt“ erfahren wir alles über Sophie Scholls Leben. Von der Kindheit an wird ihr Lebensweg aufgeführt anhand unveröffentlichter Quellen und den Aussagen von Zeitzeugen. Ich wusste nicht, dass Sophie Scholl temporär fasziniert von der Hitlerjugend und der Jungmädelschaft war. Doch schnell verließ sie diesen Irrweg, um sich selbst zu finden. Der Leser erfährt, welchen Platz die Liebe in ihrem Leben hatte und wie nach dem inneren Widerstand der tatsächliche entstand, wie der Widerwille, den Krieg zu akzeptieren immer größer wurde. In Kapitel 15 befasst sich die Autorin mit der Gründung der „Weißen Rose“.

Sophie Scholl beugte sich dem Regime nicht. Im Gegenteil. Sie stand für ihre Werte ein, sie stellte sich vehement gegen Hitler & seine grausamen Taten. Sie wollte die Menschen wachrütteln, aufwecken und bezahlte dies mit dem Leben.

Eindringlich erzählt Maren Gottschalk uns von einer starken, jungen Frau. Eine Biografie, die nicht einfach nur Fakten handelt, sie geht unter die Haut und hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Unaufgeregt und faktisch zeichnet das Buch den Lebensweg von Sophie Scholl wieder und liefert einen Einblick, wie die Zeiten damals waren. Beeindruckend!

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